Rohrdorf klingt und rockt

Festwoche zum 150-jährigen Jubiläum der Musikkapelle Rohrdorf und zum 49. Bezirksmusikfest des Inn-Chiemgaus

Auf ein gutes Gelingen des Musikfestes stoßen an (v.l.n.r.) Martin Frey, Martin Fischbacher, Ferdinand Steinacher, Joachim Wiesböck, Karl-Heinz Sillichner, Ludwig Hefter, Andreas Maier und Michael Morgott.

Zu einem Fest für die ganze Familie wurde das 49. Musikfest des Bezirks Inn-Chiemgau im Musikbund für Ober- und Niederbayern, das in Rohrdorf anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Musikkapelle stattfand. Das Fest sollte mit vielen verschiedenartigen Veranstaltungen an diesem Wochenende alle Freunde der Musik zum Mitfeiern einzuladen.

„Ozapft is“ hieß es bereits am Mittwoch, nachdem Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck das erste Fass Festbier mit einem einzigen kräftigen Schlag anzapfte und damit gleichzeitig die Festwoche eröffnete.

Am Christi Himmelfahrtstag spielte zum Frühschoppen die 11a-Musi zur Unterhaltung. Am Nachmittag  war das große Festzelt fest in Kinderhand. Begeistert feierte jung und alt mit dem Wiesenhit „heit is so a scheener Dog“ und vielen anderen kindgemäßen Liedern die Band „Donikkl und die Weißwürschtl“. Da verzichteten viele Väter auf die sonstigen Vatertagsveranstaltungen,  um mit ihren Familien diese mitreißenden Songs in großartiger Atmosphäre und bei Superstimmung zu erleben. Am Abend gab die Spitzenkapelle „Allgäu 6“ nicht nur böhmisch-mährische Musik vom Feinsten zu Gehör, sondern wartete auch mit allerlei Kunststückerl auf, wie dem von Berthold Schick auf dem Alphorn geblasenen „Tiger Rag“.

Die Kinder- und Jugendband „Donikkl und seine Weißwürschtl“
Berthold Schick blies den „Tiger Rag“ auf dem Alphorn

Für alle Rockbegeisterten war schon lange der Termin am Freitag mit der „Spider Murphy Gang“ rot im Kalender angestrichen. Die bayerische Kultband der 80er Jahre live zu erleben war für alle ein tolles Erlebnis! Ob „Skandal im Sperrbezirk“,  „Schickeria“  oder „Sommer in der Stadt“ als Liebeserklärung an München - der Ausflug in diese Zeit ließ generationsübergreifend das Festzelt zu einer singenden und tanzenden Partymeile werden.

Partystimmung pur mit der „Spider Murphy Gang“ im Rohrdorfer Festzelt

Am Samstag traten acht Jugend- und elf Musikkapellen zu den ganztägigen Konzert- und Marschwertungen des Bezirks im Turner Hölzl an. Eine fünfköpfige Jury beurteilte die Kapellen, die mit je einem Pflicht- und Wahlstück ihr Können zeigten. Von der Rohrdorfer Musikkapelle bestens organisiert, war auch dieser Teil der Bezirksmusikfestes für viele Zuhörer ein besonderes Erlebnis.

Die Jubiläumskapelle am Festabend. Bemerkenswert ist das von Christina Staudacher entworfene Bühnenbild.

Beim Festabend bewiesen die Musikantinnen und Musikanten der Festkapelle ihr breites Spektrum an Virtuosität in den verschiedenartigsten Musikrichtungen. So spannte Dirigent Michael Morgott den musikalischen Bogen von klassischer Marschmusik und echter Volksmusik über Johann Strauß’ „Leichtes Blut“ bis hin zu Beatles-Songs und Musical-Medleys. Als etwas Besonderes hatten sich die Musikanten die vielen Zwischenauftritte von Ensembles ausgedacht, die alle aus der Musikkapelle entstanden sind: So gab es eine Formation „Global Kryners“, die in derem Stil einen Madonna-Song brachten, die Theater-Musi trat auf ebenso wie die 11a- und die Gambrinus-Musi. Die Big Band der Musikkapelle glänzte mit dem „Highway to Hell“ im Stil der Jazzkantine und eine ganz neue Formation raste durch die Erkennungsmusik der „LaBrass Banda“. Reizvoll auch die vokalen Stücke „Mr. Bojangles“, „Grease“ und dem rastazöpfigen Mr. Wicked.

Joachim Wiesböck überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde
Schorsch Brandmaier führte gekonnt und mit viel Witz durch den Abend

Als Moderator führte Georg Brandmaier mit viel Witz durchs abendliche Programm, bei dem die Mitglieder der Musikkapelle nicht nur Mut zu neuen musikalischen Herausforderungen, sondern auch zu physikalischen Experimenten im Stil der knoff-hoff-Show zeigten.

Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde zum Jubiläum verbunden mit einem Scheck für die Jugendarbeit. Er betonte die Wichtigkeit der  Musikkapelle im dörflichen Leben und fasste die Bedeutung von Musik  mit einem Goethe-Zitat zusammen. „Wer die Musik nicht liebt, verdient nicht, ein Mensch genannt zu werden, wer sie nur liebt, ist erst ein halber Mensch, wer sie aber treibt ist ein ganzer Mensch“!

Gratuliert wurde den Rohrdorfern auch von Leonhard Eisner, dem Bezirksvorsitzenden des Inn-Chiemgaus,  dem 2. Bürgermeister der Partnergemeinde Schattendorf, Hans Lotter und  weiteren Ehrengästen, die  vom 2. Vorstand Martin Frey in Vertretung von Festleiter Ludwig Hefter begrüßt wurden, dem buchstäblich „die Sprache weg gekommen“ war.

Dekan Gottfried Doll gestaltete den Festgottesdienst witterungsbedingt im Festzelt

Am Festsonntag   trafen sich um 10 Uhr die Musikkapellen des Inn-Chiemgaus zum  Gottesdienst witterungsbedingt im Festzelt. Dekan Gottfried Doll bedankte sich bei allen Musikkapellen des Verbandes für ihre selbstverständliche Bereitschaft zur Gestaltung kirchlicher und dörflicher Feste. Dies sei ein wichtiges Stück oberbayerischer Kultur, die Gläubigkeit und Lebensfreude miteinander verbinden.

Der geplante Festzug durch die Gemeinde Rohrdorf mit allen Ortsvereinen und 19 gemeldeten Musikkapellen musste, ebenfalls witterungsbedingt, abgesagt werden.

Trotzdem – Musikanten verstehen es zu feiern und so wurde es ein fröhlicher Nachmittag im Festzelt, den verschiedene Musikkapellen des Bezirks musikalisch umrahmten.

Mit dem Musikantengruß danken traditionell die Teilnehmer des Bezirksmusikfestes für einen schönen, unfallfreien Verlauf

Zum Festausklang spielte am Montag die Musikkapelle Neubeuern unter Bernd Eutermoser auf. Viele Besucher und die Rohrdorfer Musikanten ließen bei Kesselfleisch und Festbier das gelungene Musikfest Revue passieren.

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